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Core Web Vitals: LCP, INP und CLS ohne Mythen

Was die drei Google-Metriken wirklich messen, warum Labor- und Felddaten auseinanderlaufen und welche Korrekturen tatsächlich wirken.

Performance · Veröffentlicht: 18. August 2026 · Aktualisiert: 26. August 2026 · 3 Min. Lesezeit · Анна Ковалёва

Core Web Vitals sind drei Zahlen, die Google bei echten Nutzern erhebt. Sie werden oft mit dem „Lighthouse-Score" verwechselt, sind aber etwas anderes: Lighthouse ist ein Laborlauf unter sterilen Bedingungen, die Vitals stammen aus dem Feld — von Menschen mit langsamem 4G und drei Jahre alten Telefonen.

LCP — wann der Nutzer das Wesentliche sieht

Largest Contentful Paint hält den Moment fest, in dem das größte Element im sichtbaren Bereich gerendert wird: meist ein Banner, ein Artikelbild oder die H1. Der Schwellenwert liegt bei 2,5 Sekunden im 75. Perzentil.

Typische Ursachen für langsames LCP:

  1. Das Hero-Bild lädt zu spät. Hilfreich sind fetchpriority="high" am LCP-Bild und ein preload für die Überschriftenschrift.
  2. Langsame Serverantwort. Über 600 ms TTFB ist Frontend-Optimierung sinnlos — erst Cache und Datenbank.
  3. Blockierendes CSS. Ein einziges @import in einer externen Datei kostet eine komplette Netzwerkrunde.
  4. Client-Rendering. Erscheint das LCP-Element erst nach der Hydratation, kommen Ladezeit und JS-Parsing obendrauf.

INP — der Preis der Interaktivität

Interaction to Next Paint hat FID 2024 abgelöst und ist deutlich strenger. Gemessen wird nicht die erste, sondern praktisch die schlechteste Interaktion der Sitzung: vom Klick bis zum nächsten Frame. Der Schwellenwert liegt bei 200 ms.

Hauptverursacher sind lange Tasks im Hauptthread. Ein Handler, der synchron den Warenkorb neu berechnet, eine Liste mit 5.000 Einträgen filtert oder getBoundingClientRect in einer Schleife aufruft, blockiert den Thread schnell 400 ms lang. Drei Gegenmittel: Arbeit mit scheduler.yield() aufteilen, Analytics und Drittanbieter-Skripte vom kritischen Pfad nehmen, schwere Berechnungen in einen Web Worker verlagern.

CLS — ein Layout, das nicht springt

Cumulative Layout Shift summiert ungeplante Inhaltsverschiebungen. Der Schwellenwert liegt bei 0,1. Die Ursachen sind fast immer dieselben:

Labor gegen Feld

Der Laborlauf ist deterministisch und ideal, um Regressionen in der CI zu fangen. Felddaten (CrUX, eigenes RUM) zeigen die Realität, aber mit 28 Tagen Verzögerung. Sinnvoll ist, beide Quellen zu messen und nur die Laborregressionen zu untersuchen, die das Feld bestätigt.

Eine Reihenfolge, die sich rechnet

Messen Sie zuerst die Verteilung statt des Mittelwerts: p75 und p95 je Seitentyp. Suchen Sie dann das eine Template mit den schlechtesten Werten — meist Produktdetailseite oder Suche — und sanieren Sie es vollständig. Über die ganze Website verteilte Kleinkorrekturen bewegen p75 so gut wie nie.

Und prüfen Sie das Ergebnis auf einem echten Gerät, nicht auf Ihrem Laptop: Beim INP liegen zwischen MacBook und Einsteiger-Android bis zu Faktor fünf.

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