Broken-Link-Audit: alle 404er finden, bevor Nutzer es tun
Warum eine Prüfung über die Sitemap die Hälfte übersieht, warum Soft-404 gefährlicher ist als ein echter 404 und wie ein regelmäßiges Audit aussieht.
Links · Veröffentlicht: 5. August 2026 · 3 Min. Lesezeit · Дмитрий Орлов
Ein kaputter Link kommt selten allein. Meist ist er ein Symptom: eine umbenannte Rubrik, ein Relaunch, eine abgeschaltete Subdomain — und über die Website verteilen sich Dutzende toter Adressen, von denen niemand weiß, bis eine Kundenmail kommt.
Warum die sitemap.xml allein nicht reicht
Eine Prüfung über die Sitemap findet nur die Seiten, die Sie selbst deklariert haben. Sie weiß nichts über:
- Links im Fließtext auf externe Ressourcen, die es nicht mehr gibt;
- Buttons, deren
hreferst in JavaScript entsteht; - Seitenressourcen — Bilder, Schriften, Skripte, die 404 liefern;
- Links in Footer und Menü auf Seiten, die aus der Sitemap ausgeschlossen sind.
Ein vollständiges Audit ist ein Graph-Crawl: Start-URL nehmen, alle <a href>, <img src>, <link> und <script src> extrahieren, innerhalb der Domain rekursiv in die Tiefe gehen und für jede Adresse den Statuscode festhalten.
Soft-404 — der unangenehmste Fall
Der Server antwortet mit 200 OK, auf der Seite steht „Produkt nicht gefunden". Für Nutzer eine Sackgasse, für Suchmaschinen eine gültige Seite, die brav indexiert wird. Erkennbar an indirekten Signalen: auffällig wenig Inhalt, Standardfloskeln, fehlende H1, Weiterleitung auf die Startseite unter Verlust des Pfads.
Was bei welcher Fehlerklasse zu tun ist
- 404 — Seite existiert nicht. 301 auf die nächstpassende Adresse oder eine sinnvolle Fehlerseite.
- 410 — bewusst entfernt. So lassen, eingehende Links entfernen.
- 500 — Anwendungsfehler. Ticket anlegen, keine Weiterleitung.
- 403 — durch Rechte gesperrt. Prüfen, ob es öffentlich sein müsste.
- Timeout — langsame externe Ressource. Vom kritischen Pfad nehmen oder cachen.
Eine eigene Kategorie sind Redirect-Ketten. Drei aufeinanderfolgende 301 funktionieren, kosten im langsamen Netz aber bis zu einer halben Sekunde und verwässern die Linkkraft. Ketten auf einen Sprung eindampfen.
Regelmäßigkeit schlägt Vollständigkeit
Ein einmaliges Audit über 10.000 Seiten liefert einen schönen Report, der in einem Monat veraltet ist. Praktikabler:
- Vollständiger Crawl einmal pro Woche nach Zeitplan.
- Schneller Crawl der wichtigsten Templates nach jedem Release.
- Automatische Prüfung externer Links einmal im Monat — sie sterben häufiger als interne.
- Schwelle in der CI: Das Release fällt durch, wenn neue interne 404er auftauchen.
Wie man keine Weiterleitungshalde züchtet
Legen Sie beim Verschieben einer Rubrik die Zuordnung alter und neuer Adressen vor dem Deployment an, nicht danach. Eine 301-Schicht in nginx oder einer Edge-Funktion ist billiger als zehn über Jahre gewachsene Regeln. Und löschen Sie alte Regeln, wenn der Traffic darüber auf null fällt — sonst traut sich in zwei Jahren niemand mehr an diese Datei.
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